Halbzeitbilanz Gemeinderat Kreuzlingen

Seit zwei Jahren tagt der Kreuzlinger Gemeinderat in der aktuellen Zusammensetzung. Zeit für die Gemeinderatsfraktion SP, Juso und Gewerkschaften, Bilanz zu ziehen und zu den Kernthemen der Fraktion einen Ausblick auf die kommenden zwei Jahre zu werfen:

Verkehr

Rückblick:

    • SP setzt sich seit Jahren für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in
      Kreuzlingen ein. Wir unterstützen daher das Ein-Franken-Ticket für den
      Stadtbus. Die Passagierzahlen geben uns Recht. Das Angebot wird rege
      genutzt.

    • Auf Initiative aus SP-Kreisen wurde der Verein «Fuss und Velo Kreuzlingen»
      gegründet, der sich namentlich für die Verbesserung der Situation des
      Langsamverkehrs in Kreuzlingen einsetzt. Eine Interpellation in diesem Herbst
      soll den Stadtrat dazu bewegen, sich künftig aktiver um die Interessen von
      Velofahrer:innen und Fussgänger:innen zu kümmern.

    • Eine markante Verbesserung der Situation für Velofahrer:innen im Bereich der
      Freiestrasse und damit die Erstellung eines ersten Abschnitts eine Velostrasse
      wurde zwar mit den Stimmen der SP angenommen. Es wurde aber von
      bürgerlicher Seite ein Behördenreferendum eingereicht. Die entsprechende
      Volksabstimmung steht noch aus. Leider wurde dieses Projekt damit erneut
      verzögert.

Ausblick:

    • Insgesamt zeigt sich die SP nicht zufrieden mit dem stockenden Ausbau
      sicherer Verkehrswege für langsamere Verkehrsteilnehmer. Hier muss mehr
      passieren. Mit einer soeben eingereichten Interpellation soll der Stadtrat dazu
      bewegt werden, hier aktiver vorwärtszumachen.

    • Die Einführung des Ein-Franken-Tickets ist ein Schritt in die richtige Richtung.
      Nun muss die Infrastruktur weiter modernisiert werden. Es ist höchste Zeit für
      einen modernen, nutzerfreundlichen Busbahnhof.

Sicherheit

Rückblick:

    • Das Postulat Heimwegtelefon wurde am 7. September 2023 vom Gemeinderat
      angenommen. Als Folge ist Kreuzlingen seit November 2024 die erste Stadt in
      der Schweiz, die einen Service anbietet, bei dem sieben Tage die Woche nachts
      angerufen werden kann, wenn man sich auf dem Heimweg unwohl fühlt. Am
      Telefon wird man dann von einer ehrenamtlichen Person bis nach Hause
      begleitet. Der Dienst, der in einer dreijährigen Projektphase läuft, verbessert die
      Situation von Menschen die, sei es arbeits- oder freizeitbedingt, nachts
      unterwegs sind und sich aufgrund ihrer Lebenssituation oder ihres Geschlechts
      nicht sicher fühlen.

    • Die Interpellation Prävention und Sichtbarkeit häuslicher Gewalt in Kreuzlingen
      wendete sich mit mehreren Fragen an den Stadtrat. Unter anderem, welche
      Massnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung bisher umgesetzt und
      geplant sind, welche niederschwelligen Angebote Betroffenen zur Verfügung
      stehen, ob städtische Mitarbeitende, welche in Kontakt mit Betroffenen kommen
      können in diesem Bereich geschult werden oder wie die interinstitutionelle
      Zusammenarbeit organisiert ist.

    • Ein erster Fortschritt konnte im Bereich Sicherheit bei Grossveranstaltungen
      erzielt werden. Die Sicherheit der Bevölkerung steht für uns an erster Stelle. Auf
      dem Boulevard und an der Löwenstrasse fehlten bei öffentlichen städtischen
      Veranstaltungen bisher geeignete Sicherheitsmassnahmen. Nach einem
      kritischen Votum im Gemeinderat durch Osman Dogru wurden beim
      Spielstrassenfest hingegen erstmals Herner-Truck-Sperren eingesetzt – ein
      wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Ausblick:

    • Wir sind gespannt auf eine erste Auswertung der Nutzerzahlen des
      Heimwegtelefons.

    • Leider verwies der Stadtrat in seiner enttäuschenden Antwort betreffend
      Prävention und Sichtbarkeit häuslicher Gewalt fast ausschliesslich auf die
      Verantwortung des Kantons. Ebenso lässt sich keine Bereitschaft erkennen, ein
      Denkzeichen gegen häusliche Gewalt an einem stark frequentierten Ort zu
      platzieren oder dauerhaft Informationsmaterialien zu Hilfsangeboten
      anzubringen. Mit dieser Haltung sind wir nicht zufrieden- wir bleiben dran!

    • Wir betonen: Die Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung an
      öffentlichen Anlässen liegt bei der Stadt. Sie muss gewährleisten, dass
      Kreuzlingen sichere und offene Begegnungsräume für alle bietet. Bei den
      angekündigten Neuerungen im Bewilligungsverfahren für öffentliche
      Veranstaltungen werden wir genau hinsehen.

Sport, Kultur & Gesellschaft

Die SP Kreuzlingen engagierte sich in der ersten Halbzeit der Gemeinderatslegislatur
aktiv für ein vielfältiges kulturelles und sportliches Angebot und für diverse
gesellschaftliche Anliegen.

    • Im Bereich Sport unterstützte die SP die Botschaft zur Sanierung der
      Bodenseearena und wirkte aktiv im Pro-Komitee mit. Nebst ihrem Engagement
      für gemeinderätliche Botschaften in der Sparte Sport organisierte die SP auch
      ein Stadtgespräch zum Thema «Sportstadt Kreuzlingen», an welchem nebst
      interessierten Zuschauern auch Vertreter und Vertreterinnen der Sportvereine
      aus Kreuzlingen anwesend waren und ihre Anliegen platzieren konnten.

    • Nebst dem Sport ist der SP auch die Erhaltung der kulturellen Angebote in
      Kreuzlingen wichtig. Die SP ist der Auffassung, dass sich das Kult-X mit seinem
      breiten Angebot an Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und Workshops für
      Menschen aller Altersgruppen und als Domizil diverser Vereine als
      unverzichtbarer Bestandteil der Kreuzlinger Kulturszene etabliert hat. Aus
      diesem Grund setzte sich die SP im September 2024 für die Genehmigung des
      Sanierungskredits für das Kulturzentrum Schiesser und des jährlichen
      Betriebsbeitrags zugunsten des Vereins Kult-X ein.

    • Ein wichtiger Tag, um auf die immer noch unzureichende Gleichstellung
      aufmerksam zu machen, ist der feministische Streik am 14.6. In Kreuzlingen
      organsierte die SP in den letzten beiden Jahren aus diesem Grund den Anlass
      «Streik und Pizza» im Dreispitzpark. Es bestand die Möglichkeit, Forderungen
      und Wünsche zu platzieren und sich auszutauschen. Zu passender Musik
      wurde am Mittag eine Streikpizza serviert. Die Veranstaltungen an exponierter
      Lage erhielten jeweils guten Zulauf und durch die gute Stimmung eine grosse
      Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema.

    • Ebenso wichtig für die Sichtbarkeit der Anliegen rund um das Thema
      Gleichstellung ist der feministische Kampftag am 8. Mai. An diesem organisierte
      die SP Kreuzlingen jeweils einen Filmabend mit Input-Referat, ein spannender
      Anlass, der zu angeregtem Austausch führt.

    • Auch für Kinder soll Kreuzlingen ein attraktiver Lebensort sein. So wirkt die SP
      jedes Jahr gerne am Spielstrassenfest mit und unterstützt damit einen
      wertvollen städtischen Anlass für die jüngsten Kreuzlinger und
      Kreuzlingerinnen.

Ausblick:

    • Mit der Interpellation «Soccer Court » soll geprüft werden, ob am Rande des
      Seeburgparks eine mobile Soccer-Anlage für den öffentlichen Gebrauch erstellt
      werden kann.

    • Die SP wird sich aktiv einsetzen für den Weiterbestand und die Modernisierung
      einer Stadtbibliothek. Erste Gespräche mit Stadt und Schule haben
      stattgefunden.

    • In Kürze wird das aktualisierte Museumskonzept mit höheren Beiträgen ans
      Rosenegg, das Seemuseum und die Sternwarte und das Planetarium
      spruchreif. Die SP spricht sich für deren vermehrte Unterstützung aus.

    • Kreuzlinger Vereine aus allen Bereichen müssen von den Sparmassnahmen
      der Stadt verschont bleiben. Dafür wird sich die SP im Gemeinderat weiterhin
      stark machen.

Energiewende

Rückblick:

    • Seit unserem Vorstoss «Green Deal» in der letzten Legislaturperiode verfolgen wir
      gespannt die Umsetzung des Massnahmenpakets durch den Stadtrat.

    • Wir haben das Projekt für den Neubau des Betriebsgebäudes der Energie
      Kreuzlingen aktiv unterstützt. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für eine
      sichere und nachhaltige Energieversorgung in der Stadt gelegt.

    • Im Gemeinderat wehren wir uns vehement gegen verschiedene bürgerliche
      Vorstösse, die eine Rückkehr zu fossilen Energieträgern wie z.B. Gas forderten,
      sowie Streichungsanträgen, die erneuerbare Energiequellen wie z.B.
      Photovoltaikanlagen zu verhindern versuchten.

Ausblick:

    • Die von unserer Fraktion bereits 2021 in der Interpellation „Kommunale
      Umsetzung der thermischen Nutzung der Seewärme“ geforderte Umsetzung
      eines Seethermiekraftwerks für ein zukünftiges und nachhaltiges Wärmenetz in
      Kreuzlingen muss baldmöglichst realisiert werden.

    • Generell werden wir uns auch in Zukunft für einen Ausbau aller erneuerbaren
      Energien, wie auch für andere ökologisch wertvolle Massnahmen einsetzen.

Wohnen

Bezahlbarer Wohnraum ist ein Grundrecht. In Kreuzlingen wird das Wohnen jedoch
zunehmend zur finanziellen Belastung: Die Mieten steigen, ebenso
Krankenkassenprämien und Lebenshaltungskosten. Immer mehr Haushalte geraten
dadurch unter Druck.

    • Um die Situation besser zu verstehen, führte die SP Kreuzlingen im Herbst 2024
      eine Wohnumfrage durch. Fast 400 Personen beteiligten sich. 73 % gaben an,
      dass es sehr schwierig sei, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Über 20 %
      zahlen mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Miete, und 85 % wünschen
      sich ein stärkeres Engagement der Stadt.

    • Daraufhin reichte die SP im Januar 2025 eine Interpellation ein. Sie fordert die
      Förderung von genossenschaftlichem Wohnungsbau, die Abgabe von Land im
      Baurecht und eine aktive Kaufpolitik der Stadt. Der Stadtrat versprach eine neue
      Wohnraumanalyse.

Ausblick:

    • Die SP begrüsst, dass der Stadtrat in seinem Legislaturprogramm die
      Förderung von kostengünstigem und genossenschaftlichem Wohnraum
      festhält. Es fehlt aber bislang an konkreten Schritten. Absichtserklärungen allein
      genügen nicht, um den Bedarf zu decken.

    • Die SP warnt davor, städtische Grundstücke, die für Wohnraum geeignet sind,
      zu verkaufen. Stattdessen sollen sie im Baurecht vergeben werden. So bleibt
      die Stadt handlungsfähig und kann Projekte zur Förderung von bezahlbarem
      Wohnraum gezielt realisieren.

    • Die städtischen Liegenschaften müssen im Besitz der Stadt bleiben und für
      bezahlbaren Wohnraum genutzt werden – nicht für kurzfristige Gewinne
      verkauft werden.

    • Von der angekündigten Wohnraumanalyse erwartet die SP klare Grundlagen
      für weiteres Handeln.

    • Bezahlbarer Wohnraum darf kein Luxusgut werden.

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